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Reagierst du noch auf Geld?

Von der Geld-Angst zur Inneren Finanziellen Freiheit Geld.
4. März 2026 durch
Reagierst du noch auf Geld?
Raffaela Hofmann

Reagierst du noch auf Geld? 

Von der Geld-Angst zur Inneren Finanziellen Freiheit Geld. 


Dieses kleine Wort mit den vier Buchstaben und einer so großen Sprengkraft. 

Es ist ständig um dich herum, begleitet dich vom ersten Taschengeld bis zur letzten Rentenmitteilung und entscheidet scheinbar nüchtern über Möglichkeiten und Grenzen. Eh da draußen, denkst du, aber dabei wirkt das Geld doch tief in dein Innerstes hinein. Vielleicht kennst du das: Du sprichst souverän über Wirkung, Nachhaltigkeit, Transformation. Aber wenn du auf deinen Kontoauszug schaust, meldet sich etwas ganz anderes. Ein Ziehen im Bauch. 

Ein schnellerer Puls. Eine Stimme im Hinterkopf, die fragt: „Reicht das? Reiche ich?“ 

In meinen ersten Jahren der Selbständigkeit war ich Alex, den/die ich unten gleich vorstelle, viel näher, als mir lieb war. Nach außen überzeugt, visionär, voller Ideen für Impact und Veränderung. In meinem Inneren jedoch oft getrieben. Wenn ein Auftrag nicht zustande kam oder ein Auftrag oder eine Zahlung sich verzögerte, begann mein Gedankenkarussell. Hätte ich vorsichtiger sein müssen? War das mutig, oder einfach nur naiv? Ich wollte Geld im Grunde nur als Werkzeug für Gutes sehen. Aber insgeheim ließ ich mich von ihm bewerten und treiben. Mein Kontostand war nicht nur eine Zahl, für mich war es auch eine Bewertung meiner selbst. Vielleicht erkennst du dich darin wieder. Vielleicht kennst du aber auch die andere Seite, die ich mir seither erarbeitet habe. Sie gründet in jenem Moment, in dem durch Innehalten zwischen Impuls und Handlung plötzlich ein Raum entsteht. Raum zum Prüfen. Raum für eine Entscheidung, die nicht aus Angst geboren ist. Genau dort beginnt etwas, das ich heute Innere Finanzielle Freiheit nenne. Eben nicht eine Freiheit mit viel Geld, sondern die Freiheit von der inneren Getriebenheit durch Geld. 

Inspiriert dazu hat mich nicht nur meine lange Achtsamkeits-Praxis, sondern auch das von Stephen Covey dem Psychologen und Sinnsucher Viktor Frankl zugeschriebene Zitat: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. Und in diesem Raum liegt die Freiheit.“ In diesem Beitrag möchte ich dir zwei Menschen vorstellen. Sie sind fiktiv und doch ganz real. Weil sie entstanden sind aus meinen vielen Gespräch über Geld, vor allem mit jenen Menschen, die ihr eigenes Business aufbauen oder betreiben. 

Alex – engagiert, idealistisch, aber geld-reaktiv. Und Robin – ebenso engagiert, ebenso selbständig, aber geld-resilient. Zwischen ihnen liegt kein Unterschied im Kontostand. Sondern im Umgang mit Unsicherheit. Und vielleicht erkennst du beim Lesen nicht nur Alex oder Robin. Sondern dich selbst – auf deinem eigenen Weg irgendwo zwischen Geld-Reaktivität und Geld-Resilienz. Alex und Robin also, zwei Selbständige. Zwei Menschen mit Haltung, die mit ihrer Arbeit nicht einfach nur Geld verdienen, sondern Wirkung erzeugen wollen. Das Geschlecht spielt hier übrigens keine Rolle. Auch nicht das Alter. Und schon gar nicht der Kontostand. Der Unterschied liegt woanders: im inneren Umgang mit Geld. Alex ist voller Ideen und gerade dabei, ein kleines Unternehmen aufzubauen, das Ideen zur Kreislaufwirtschaft generiert und so gesellschaftliche Veränderung mitgestalten soll. Wenn Alex über Vision, Impact und Verantwortung spricht, spürt man die Begeisterung. Geld soll dabei eigentlich nur Mittel zum Zweck sein – ein Werkzeug, um Gutes möglich zu machen. Und doch ist da diese innere Spannung. In Geldangelegenheiten war Alex schon immer empfindlich. In der Herkunftsfamilie gab es viel Unsicherheit, Sätze wie „Selbständige leben gefährlich“ oder „Man darf sich keine Fehler erlauben“ oder „Geld verdient man nur durch harte Arbeit“ oder „Du bist nur wer mit Geld“ waren an der Tagesordnung. Solche Bot-schaften verschwinden nicht einfach. Sie nisten sich ein. Und sie melden sich sehr zuverlässig genau dann, wenn Druck entsteht. Wenn ein Auftrag platzt oder eine Zahlung sich verzögert, reagiert nicht nur der Kopf. Der Bauch zieht sich zusammen, die Gedanken werden schneller. „War das mutig – oder leichtsinnig?“ „Reicht das?“ „Hätte ich nicht vorsichtiger sein müssen?“ In solchen Momenten trifft Alex Entscheidungen, die weniger aus Klarheit entstehen als aus dem Wunsch, die innere Unruhe sofort zu beruhigen. Preise werden gesenkt, Projekte angenommen, die nicht wirklich passen, Investitionen impulsiv getätigt. Und wenn Alex auf den Kontoauszug schaut, sind das keine neutralen Zahlen. Sie fühlen sich an wie ein Kommentar zum eigenen Wert. Alex ist engagiert. Idealistisch. Aber im Umgang mit Geld oft reaktiv. Alte Money Scripts steuern unbewusst mit, besonders dann, wenn es eng wird. Robin hat sich vor einem Jahr als Ein-Personen-Unternehmer:in selbständig gemacht. Auch hier geht es um Wirkung, um Transformation, um sinnstiftende Arbeit. Der Schritt in die Selbständigkeit war bewusst gewählt und innerlich vorbereitet. Robin kennt die eigene Geldgeschichte. Weiß, dass Sicherheit zu Hause einmal ein großes Thema war und auch, dass die Angst vor „nicht genug“ ein hartnäckiger Begleiter sein kann. Doch bevor die Selbständigkeit begann, hat Robin genau hingeschaut. Welche Glaubenssätze begleiten mich? Welche davon will ich behalten – welche nicht? Welche sind heute hinderlich, welche nicht? Wenn Robin heute auf den Kontoauszug schaut, passiert ebenfalls etwas im Inneren. Vielleicht ein kurzer Anflug von Sorge. Vielleicht ein Gedanke an kommende Ausgaben. Aber es bleibt bei einem Signal, und eben nicht bei einer Übernahme! Zwischen Impuls und Handlung liegt ein Moment Bewusstheit. Ein Atemzug. Und dann sind Zahlen ausschließlich das, was sie sind: Informationen, aber keine Urteile. Und dann erst wird entschieden. Nüchtern, die Emotion als Signal gehört und eingebaut, aber nicht getrieben. Wenn ein Auftrag verloren geht, ist Robin enttäuscht. Aber nicht erschüttert im Selbstwert. Statt reflexartig zu reagieren, stellt Robin Fragen: Passt dieser Kunde oder dieser Auftrag wirklich zu meiner Positionierung? Was lerne ich daraus? Welche Entscheidung entspricht meinen Werten und eben nicht nur meiner momentanen Angst? Über Geld zu sprechen fällt Robin nicht schwer. Auch Unsicherheit darf benannt werden. Geld ist Werkzeug, nicht Identität. Es ermöglicht Wirkung, aber es definiert nicht den eigenen Selbstwert. Alex und Robin arbeiten beide für eine bessere Welt. Der Unterschied liegt nicht im Engagement. Er liegt in der Regulierung des inneren Zustands unter Druck. Und jetzt die Frage an dich. Wie geht es dir? In wem erkennst du dich eher wieder? In Alex – getrieben, wenn es eng wird, innerlich schneller im Alarmmodus? Oder in Robin – nicht angstfrei, aber regulierungsfähig? Vielleicht bist du je nach Situation beides. Vielleicht kennst du diese Bewegung zwischen Reaktivität und Souveränität sehr gut. Bevor wir weitergehen, lade ich dich zu einem kurzen Selbstcheck ein. 

Mini-Selbsttest: Wie geld-resilient bin ich? 

Lies die Aussagen in Ruhe und spüre ehrlich in dich hinein. 

1. Wenn mein Einkommen schwankt oder ein Auftrag wegbricht … 

  • ☐ gerate ich innerlich schnell unter Druck und möchte sofort reagieren.
  • ☐ beginne ich stark an mir oder meiner Entscheidung zu zweifeln. 
  • ☐ kann ich Unsicherheit wahrnehmen, ohne vorschnell zu handeln. 

2. Wenn ich auf meinen Kontoauszug schaue … 

  • ☐ beeinflusst er deutlich meine Stimmung. 
  • ☐ verbinde ich die Zahlen mit meinem persönlichen Wert oder Erfolg. 
  • ☐ sehe ich vor allem Informationen zur Steuerung meiner nächsten Schritte. 

3. Unter finanziellem Druck … 

  • ☐ mache ich Kompromisse, die sich langfristig nicht stimmig anfühlen. 
  • ☐ ziehe ich mich zurück oder werde hektisch. 
  • ☐ finde ich einen Moment Abstand, bevor ich entscheide. 

4. Über Geld sprechen … 

  • ☐ fällt mir schwer oder ist mit Scham verbunden. 
  • ☐ gelingt mir offen und sachlich, auch wenn es um Unsicherheit geht. 


Wenn du dich häufiger in den ersten beiden Antwortmöglichkeiten wieder erkennst, reagierst du vermutlich eher geld-reaktiv. Wenn du dich stärker in den dritten Optionen wiederfindest, entwickelst du bereits Geld-Resilienz und bist auf dem Weg zu Innerer Finanzieller Freiheit. Und genau hier setzt unsere Arbeit an. Innere finanzielle Freiheit bedeutet nicht, möglichst viel Geld zu besitzen. Das sind nur die leeren Heilsversprechen der Finanzindustrie. Innere Finanzielle Freiheit bedeutet, nicht mehr unbewusst von deinen eigenen Geldmustern gesteuert zu werden. Sie entsteht, wenn du deine Money Scripts erkennst, deine emotionalen Trigger regulieren lernst und Geld wieder zu dem machst, was es eigentlich sein sollte: ein Werkzeug für Selbstwirksamkeit und positive Wirkung. 

In unserem Buch Positives Geld für eine regenerative Welt gehen wir diesen Weg Schritt für Schritt mit dir. Dabei sind wir keine Finanzratgeber, sondern wir begleiten dich auf deiner Reflexionsreise zu deiner eigenen Geldbeziehung. Mit dem im Buch enthaltenen Workbook kannst du deine Muster sichtbar machen, deine Werte klären und deine ganz persönliche Form von Geld-Resilienz entwickeln. 

Und wenn du diesen Prozess nicht allein gehen möchtest, sondern im Austausch, im Dialog, in einem geschützten Raum vertiefen willst, dann laden wir dich herzlich zu unseren Workshops und Coachings ein. Auf www.pogebix.com findest du unsere Angebote – für Menschen, die nicht nur finanziell erfolgreich sein wollen, sondern innerlich frei im Umgang mit Geld. Denn Innere Finanzielle Freiheit beginnt nicht auf dem Konto. Sie beginnt in dir. 

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